Freundeskreis Busecker Schlosspark

Freundeskreis Busecker Schlosspark e.V.

Tapferes Schneiderlein in Naturkulisse



11. Frühlingsfest des „Freundeskreises“ lockt Hunderte in den Park



Strahlend blauer Himmel, buntes Treiben im grünen Park: Das elfte Frühlingsfest des Freundeskreis Busecker Schlosspark erwies sich erneut als ein Publikumsmagnet. Bürgermeister Dirk Haas würdigte das Fest als jährlichen Höhepunkt im Park. In Richtung der Trommelgruppe der AWO-Jugendhilfe Gießen „Die Welt“ sagte er: „Dank euch wissen die Leute nun, wo es losgeht.“ Das Trommelspiel war von weitem zu vernehmen und kam aus der Nähe des Rosenlaubengangs. Hier begrüßte Ehrenbürgermeister Erhard Reinl, zugleich Vereinsvorsitzender, die Gäste und lüftete das Geheimnis um den geplanten Wiederaufbau des Einsiedlerhäuschen.

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Wie der Honig die Fliegen, so zog das Tinko-Theater Gießen mit der Märchenaufführung von Grimm’s „Tapferen Schneiderlein“ viele Kinder und Erwachsene an. Wer erinnert sich nicht an den gewitzten Schneider, der sieben auf einen Streich erschlug? Indem er das Wort „Fliegen“ verschwieg, verschaffte er sich Ansehen und Respekt.

Tinko (1)

Den musikalischen Auftakt machten die Spielleute der Busecker Schlossremise (Leitung Matthias Schulze) und das Flömel-Orchester (Chiara Herzberger).

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Die Tanzmäuse des TV Großen-Buseck (Birgit Eichhöfer und Patricia Pavelic) wirbelten als Bienen und Schmetterlinge kostümiert zu Rolf Zuckowskis „Immer wieder kommt ein neuer Frühling“ über den Rasen. An Schmetterlinge im Wind erinnerte, etwas Fantasie vorausgesetzt, auch die Darbietung der TV-Tanzgruppe mit Tüchern.

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Lieder, die von Herzen kommen, sang die Svgg. Eintracht-Germania Großen-Buseck unter Dirigat von Renate Schygulla im Atrium, wo am späten Nachmittag Ulli Eskens & Band mit fröhlicher Klezmer-Musik das facettenreiche Programm abrundete. Ein großes Kuchenbuffet war im Saal des Kulturzentrums aufgebaut.

Chor
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Die Kita Abenteuerland Trohe (Torwandschießen und Spiele mit dem Fallschirm), Mäuseland Alten-Buseck (Riesenseifenblasen und Luftballon-Handball) und die Katholische Kita St. Elisabeth Großen-Buseck (Frühlingsbasteln) hatten für Mitmachangebote gesorgt.

In Gemälden drückten minderjährige Geflüchtete der Kunstprojektgruppe der AWO das Erlebte aus. Entlang der „Lindenallee“ waren einige Exponate zu sehen, zudem informierten Tafeln mit regionalem Bezug über Verfolgung wegen Religion und Vertreibung als Kriegsfolgen. 2015 lebten in Buseck Menschen mit 63 Nationalitäten. Die ersten Ausländer waren übrigens die „Herren von Peilstein“ und die „Herren von Trohe“, die Lehen im Busecker Tal erhielten. Sie kamen aus dem heutigen Österreich.

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Einsiedel-Pavillon


Im nordwestlichen Bereich des Schlossparks befand sich ein Einsiedel-Pavillon. Nach vorliegenden Beschreibungen soll es sich um einen mit Rindenplatten verkleideten runden Pavillon gehandelt haben, dessen Dach mit kleinen Schieferplatten gedeckt war. Der Boden war mit roten Klinkern befestigt. Ein Rondell großer Basaltsteine zeigt den ehemaligen Standort. Schieferplatten und rote Klinkersteine wurden in diesem Rondell gefunden. Den Überlieferungen nach saß im Pavillon an einem runden Steintisch eine hellgrau gestrichene hölzerne Einsiedel-Figur mit einem ebenfalls hölzernen aufgeschlagenen Buch. Der Freundeskreis Busecker Schlosspark möchte mit der Rekonstruktion des Einsiedel-Hauses die Attraktivität des Schlossparks weiter erhöhen. Die Maßnahme ist ein weiterer Mosaikstein aus den Zielplänen des im Jahr 2008 erstellten Parkpflegewerks. Dieses in Abstimmung mit den Denkmalbehörden erstellte Werk dient dem Verein als Grundlage und roter Faden für alle bisher durchgeführten Maßnahmen und Projekte. Als Einsiedelei bezeichnet man einen Ort der Kontemplation. Hier leben sogenannte Eremiten (meist Geistliche, Mönche oder religiöse Laien) in der Hoffnung, in den einsam gelegenen Unterkünften (Klausen, Kapellen) den Einklang mit Gott und seiner Schöpfung zu finden. Sie suchen Antworten auf die großen Fragen nach dem Woher und Wohin und Warum.

Siglinde Wagner (Gießener Allgemeine)