Freundeskreis Busecker Schlosspark

Freundeskreis Busecker Schlosspark e.V.

Das Einsiedlerhäuschen



Zu Beginn des Herbstes konnte im Busecker Schlosspark das neu errichtete Einsiedlerhäuschen eingeweiht werden.

Was hat es damit auf sich?


Mit dem Umbau des Busecker Schlosses 1850/60 wurde auch der ehemals barocke Garten zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet, zu dessen typischen Attributen auch das Einsiedlerhäuschen gehört. Es stand auf großen Natursteinen; ein hölzerner Bau, mit Rindenplatten verkleidet. Das Dach war mit Schieferplatten gedeckt und der Boden mit rotem Klinker befestigt. Aus Rücksicht auf Flora und Faune wurde der neue Standort ca. 10m zum Weg hin vorverlegt. Die Bodenbefestigungen aus Naturstein sind am alten Standort noch erkennbar.

Das Einsiedlerhäuschen wurde nach alten Fotodokumenten, den Beschreibungen im Parkpflegewerk und mündlichen Aussagen möglichst nahe am historischen Vorbild wieder neu hergestellt. Demnach stand in der Mitte des Pavillons ein steinerner Tisch, an dem eine Einsiedler-Figur aus hellgrau gestrichenem Holz saß; sie hatte ein aufgeschlagenes hölzernes Buch vor sich und blickte nach Osten.

Zur Bedeutung des Einsiedlerhäuschens


Am Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in englischen Landschaftsparks sog. Schmuckeremiten. Sie waren Angestellte des Parkeigentümers und lebten in einer eigens für sie errichteten Eremitage. Um die Eigentümer und deren Gäste zu unterhalten, mussten sie sich zu bestimmten Tageszeiten sehen lassen. In Deutschland waren Schmuckeremiten in Gärten bei Hamburg und Hannover bekannt (Quelle: Wikipedia). In unserem Schlosspark hat man sich damals vermutlich dieser Entwicklung angepasst und so das Einsiedlerhäuschen errichtet. Statt eines lebenden Eremiten wurde hier ein hölzerner Einsiedler hineingesetzt.

Zur Übergabe des Häuschens waren neben Mitgliedern des Vereins auch Bürgermeister Dirk Haas und Vertreter der am Bau beteiligten Firmen im Park zusammen gekommen. Ebenfalls anwesend war der Busecker Bürger Ernst-Ludwig Stephan, der mit einer privaten Spende von 10 00 Euro maßgeblich an der Finanzierung des Einsiedlerhäuschens beteiligt war. Des weiteren erhielt der Verein eine nicht projektgebundene Spende von 5000 Euro von der Volksbank Mittelhessen und die beiden am Bau des Häuschens beteiligten Firmen Thomas Hahn (Fundament) und Martin Stein (Holzbau) gestalteten ihre jeweiligen Rechnungen „vereinsfreundlich“. Schließlich sei noch Herr Jochen Adam aus Biedenkopf-Wallau erwähnt, der die Holzschnitzereien an der Außenfassade unseres Häuschens ausgeführt hat.

Einsiedlerhäuschen

Auf den Foto sehen Sie (von links nach rechts): Rainer Volk (stellv. Vorsitzender), Martin Stein (Holzbau Stein), Thomas Hahn (Bauunternehmen Hahn), Michael Thelen, Ernst-Ludwig-Stephan, Erhard Reinl (Vorsitzender), Dirk Haas (Bürgermeister), Günter Becker , Helmut Seipp, Katja Baier (Schriftführerin), Jens Heitmann (Bauhof der Gemeinde Buseck)

Wenn im nächsten Jahr die Gartensaison auch im Busecker Schlosspark wieder beginnt, ist geplant, den unmittelbaren Bereich um das Einsiedlerhäuschen zu verschönern: Feldsteine und eine bodennahe Bepflanzung sollen den jetzt noch sichtbaren Betonsockel verkleiden.

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